Risikobehaftete Wertpapiere erhalten immer größere Risikozuschläge
Die beiden Begriffe “Yunk-” und “High-Yield-Anleihen” bezeichnen zwei Aspekte desselben Anlagemodells. Kunden von Yunk-Anleihen spekulieren einerseits auf gute Zinsen für das von ihnen eingesetzte Geld. Aber dafür besteht ihr Risiko darin, dass sie das eingesetzte Geld möglicherweise überhaupt nicht mehr zurückbekommen. Denn man belegt nur solche Anlagen mit dem unschönen Wort „Junk“ (dt. etwa „Müll“), deren Emittenten über eine geringe Bonität verfügen. Solche Emittenten können beispielsweise Firmen mit Liquiditätsproblemen sein, die ihre Zahlungsfähigkeit mit der Herausgabe von Anleihen kurzfristig überwinden wollen. Geht eine solche Firma pleite, könnten die Gläubiger leicht auf ihren Schulden sitzen bleiben. Für dieses Risiko bekommt der Anleger natürlich, und dies ist die Bedeutung der anderen Bezeichnung „High-Yield“, meist einen für Anleihen sehr hohen Zinssatz.
Tatsächlich werden auf diese Anleihen – der deutsche Name dafür heißt übrigens schlicht „Schrottanleihen“ – angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage höhere Zinsen gezahlt. Große Bankhäuser wie die Schweizer UBS gehen davon aus, dass die Ausfallrate bei Junk-Anleihen im Jahresmittel für 2008 bei rund acht Prozent liegen dürfte. Das wäre eine enorme Verschlechterung, denn momentan liegt die Rate bei lediglich einem Prozent.
Im Gegenzug werden bei vielen Anleihen bereits großzügige Risikoaufschläge gezahlt. Bei Anleihen privater Emittenten in den USA beträgt die Differenz zu den Staatsanleihen momentan bis zu sieben Prozent (NZZ).
Die Neue Zürcher Zeitung vermutet, dass diese Verschiebung gerade im Charakter der Junk-Anleihen als risikostarke Anlagen begründet liegt, da die Kreditkrise vor allem durch riskante Investements ausgelöst worden sei, setzen Investoren demnach jetzt verstärkt auf sichere Pferde.
Eines der teuersten deutschen Gemälde, der „Düsenjäger“ von Gerhard Richter, brachte es bei einer Auktion von Christie’s kürzlich auf einen Preis von 7,7 Millionen Euro (Tagesspiegel). Angesichts solcher Summen stellt sich die Frage, ob Kunstwerke Preisschwankungen unterliegen, welche die Spekulation mit ihnen sinnvoll machen. Tatsächlich ist das spekulative Kunstsammeln zumindest im angelsächsischen Raum weit verbreitet.
Den Unterschied zwischen konventionellen Geldanlage wie Aktien und Edelmetallen zu Kunstobjekten erhellt ein Interview der Frankfurter Allgemeine Zeitung mit dem Sammler Wolfgang Wilke . Wilke nennt zwei Wege, mit dem Kauf und Verkauf von Bildern Geld zu verdienen. Insbesondere bei Werken von noch unbekannten Künstlern kann der Käufer sein Expertenwissen nutzen. Hält er ein Bild für wertvoller als der Verkäufer, und hat er (bezogen auf den späteren Verkaufswert des Bildes) damit Recht, so eröffnet sich ihm die Möglichkeit eines großartigen Geschäfts. Der Tagesspiegel berichtet vom Verkauf eines Gemäldes von Emil Nolde für 1,8 Millionen Euro im Jahre 2007, nachdem das Stück kurz nach dem Krieg für umgerechnet ca. 3000 Euro erworben worden war. Natürlich handelt es sich hierbei um Einzelfälle, bei denen vor allem eine Menge Glück im Spiel war. Insbesondere hilft es kaum weiter, die Börsennachrichten zu studieren; am ehesten kann man sich auf den großen Kunstmessen wie der Art Basel einen Überblick über das Angebot verschaffen. Vielleicht effektiver ist es, private (und wenig sachkundige) Verkäufer außerhalb der professionellen Großveranstaltungen aufzuspüren. Diese Form der Geldanlage ähnelt also eher der Tätigkeit eines Gebrauchtwagenhändlers, der besser als seine Kunden über den Zustand der Autos Bescheid wissen muss.
Daneben lässt sich aber auch mit Bildern spekulieren, die bereits einen etablierten Marktwert haben. Die Spekulation bezieht sich in diesem Fall auf den künftigen Marktwert, der nicht nur von der Qualität des Bildes, sondern auch von ästhetischen Trends und der Nachfrage nach Kunst im Allgemeinen abhängig ist. Um solche Nachfrageverschiebungen auszunutzen, muss man natürlich einige Zeit abwarten. Ein Kunstsammler tätigt daher in der Regel eine langfristige Investition. In der Zwischenzeit kann man sich damit trösten, dass die Geldanlage nicht nur Rendite bringt, sondern auch das eigene Wohnzimmer verschönern kann.
Neuemissionen legen um 50 Prozent zu.
Im Unterschied zu Aktien handelt es sich bei der Wandelanleihe um eine einfache Schuldverschreibung. Diese wird – je nach Vertragsmodell optional oder obligatorisch – während der Laufzeit in eine Aktie des emittierenden Unternehmens umgetauscht. Der Anleger kann also mit dem Kurs der Aktie spekulieren und versuchen, einen besonders günstigen Zeitpunkt für die Umwandlung abzupassen. Andererseits muss er, wenn der Kurs des Unternehmens wider Erwarten vollkommen abstürzt, seine Schuldverschreibung (bei optionalem Umtausch) überhaupt nicht in Aktien umwandeln und kann den Zinsgewinn der Anleihe selbst einstreichen. Auf diese Weise kann der Anleger das Risiko seines Investments auch während der Laufzeit selbst bestimmen und ein bestimmter Mindestertrag ist ihm sicher. Dieses komfortable Ertragsmodell muss allerdings mit einem recht niedrigen Zinssatz auf die Schuldverschreibung erkauft werden; bei Zinnssätzen von unter drei Prozent stellt sich dann die Frage, ob eine Anlage überhaupt sinnvoll wäre. Ein Trost für Anleger, die ihre Titel nicht in Aktien wandeln, ist allenfalls, dass auch die Zinsen auf die Schuldverschreibung steigen können. weiterlesen »