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Archiv: Unternehmen

Unternehmen erwägt Einstieg bei Austrian AirlinesEine 747 der Lufthansa (Q:Lufthansa)Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat Lufthansa seine Passagierzahlen im Mai um 3,2 Prozent auf 5,5 Millionen steigern können. Die Gründe für diese Expansion liegen in der Annahme neuer Strecken, vor allem in den USA. Hier stieg die Zahl der beförderten Personen um über acht Prozent. Aber auch auf dem europäischen Markt sieht es mit einem Plus von 3,4 Prozent gut aus. Und es könnte übrigens noch besser kommen: Die Unternehmenstochter Swiss trägt traditionell positiv zum Unternehmensergebnis bei, ihre operativen Ergebnisse werden aber erst in einigen Tagen veröffentlicht. Immerhin wurde bereits bei den Passagierzahlen ein Plus von 15,3 Prozent vermeldet. Denn beim Frachtverkehr ergab sich ein deutliches Minus. Immerhin verzeichnen Lufthansa und Swiss für das vergangene Jahr ein Rekordergebnis von 12 Millionen Passagieren.

Der geschäftliche Erfolg macht dem Management offensichtlich Mut zu einer weiteren Firmenexpansion. Ende April hatte das Handelsblatt bereits gemeldet, die Lufthansa prüfe eine Übernahme der belgischen Gesellschaft Brussels Airlines. Am Dienstag nun bekräftigte Lufthansa sein Interesse an der österreichischen Austrian Airlines. Die steht wegen der derzeit hohen Treibstoffkosten tief im Minus und sucht daher nach einem strategischen Partner.

Die Aktie der Lufthansa hat einen deutlich geringeren Aktionsradius als das Unternehmen selbst. Gerade einmal ein Viertel der Anteile befinden sich in den Händen ausländischer Investoren. Der größte der über 300.000 Anteilseigener, die AXA Gruppe, liegt mit 10 Prozent deutlich unter der Sperrminorität. Trotz dieser Meldungen gehörte die Aktie mit einem Plus von einem halben Prozentpunkt nicht zu den Tagesgewinnern, dieser Titel geht nämlich an SAP (+1,35 %) und die TUI-Aktie (+1,06 %).Kurs der Lufthansa-Aktie in den vergangenen sechs Monaten

Die Zusammenfassung der aktuellen Analystenmeinungen beim Finanzinformationsdient von Yahoo ergibt ein Kursziel von 20.1 (Mittelwert), es wird also ein Kurssprung von immerhin 25 Prozent vorausgesagt. Entsprechend überwiegen die Kaufempfehlungen bei weitem die zurückhaltenen Urteile.


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Die United Internet AG ist ein Holding aus 8 verschiedenen Internet-Diensten. Sie wurde 1988 als 1&1 EDV-Marketing GmbH von Ralph Dommermuth gegründet und hat auch heute noch ihren Hauptsitz in Montabaur, einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz.

Von diesem Anfangsstadium bis heute hat die AG sich rasant vergrößert. Das lag zum Teil mit daran, dass das Unternehmen das erste in Deutschland war, das als Internetprovider im damaligen “Neuen Markt” einen Börsengang gewagt hat. Im Zuge dessen hat sich 1&1 sehr schnell an anderen Internetfirmen beteiligt und aggressiv Teile dieser Unternehmen aufgekauft. So wurde 1&1 zur Jahrtausendwende in United Internet AG umbenannt. Fachkräfte sprechen 2008 von einem gemäßigten Aufwärtstrend, weil das Unternehmen schon so groß ist, wird es wohl nicht mehr besonders schnell wachsen.

Die United Internet AG beinhaltet bekannte Firmen wie Web.de, GMX und AdLINK. Wie es dem Unternehmen geht, sieht man am besten an seinem Ursprung: Wer nach Jobs für die 1&1 Internet AG sucht, findet gleich 87 freie Stellen, scheint also, als würde der prognostizierte Aufwärtstrend am Stellenangebot bestätigt.

Die United Internet AG symbolisiert damit eine deutsche Online-Erfolgsgeschichte, die mittlerweile 8 wichtige deutschen Internet-Service-Anbieter unter einem Dach vereint.


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Rekordergebnis im ersten Quartal 2008

Während die Mehrzahl der börsennotierten Unternehmen in den letzten Monaten hohe Kursverluste hinnehmen mussten, profitiert die Deutsche Börse genau davon: Die hektischen Verkaufsvorgänge bedeuten schließlich eine erhöhte Zahl von Transaktionen, von denen die Börse anteilsmäßig profitiert. In der Folge konnte das operative Ergebnis um 42 Prozent auf 425,8 Millionen Euro im ersten Quartal 2008 erhöht werden. Der Nettogewinn konnte noch deutlicher von 192,3 Millionen auf nunmehr 304,2 Millionen Euro gesteigert werden. Der Finanzdienst AFX der Nachrichtenagentur dpa hatte gleichwohl ein noch besseres Geschäftsergebnis erwartet. weiterlesen »


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SAP im Minus

Autor: Felix
abgelegt in: Unternehmen

Bereits seit letztem Jahr, und schon vor der Kreditkrise, schwächelt die Aktie von SAP. Nachdem das Unternehmen nun einen Gewinnrückgang auf nun 290 Millionen Euro in 2007 verkündete, fiel die Aktie am Mittwoch um zwei Prozent.
In der Krise befindet sich SAP allerdings nicht. In nur einem Vierteljahr konnte das Unternehmen seinen Gewinn beim Verkauf von Softwarelizenzen und Wartungsdienstleistungen um ganze 15 Prozent steigern. Tatsächlich hatten Analysten aber mit 20 Prozent gerechnet (ftd.de).
SAP, 30.4.08, Xetra DAX Der auf dem US-Markt starke Softwarehersteller ist besonders stark vom hohen Dollarkurs betroffen. Denn ein Großteil der Produktionskosten fallen in Deutschland an. Der Hauptkonkurrent von SAP nicht nur in den USA ist aber der amerikanische Hersteller Oracle, der nun auf dem Heimatmarkt einen enormen Kostenvorteil ausspielen kann.
Der Hauptgrund für die vergleichsweise schlechte Bilanz dürfte aber der Ende letzten Jahres getätigte Kauf von „Business Objects“ sein. Dieser auf Business Intelligence spezialisierte Anbieter aus Frankreich kostete SAP ganze 4,8 Milliarden Euro.
Neben den hohen Kosten der Übernahme und dem hohen Dollar hat SAP auch Probleme im operativen Geschäft: Mit seinem für den Mittelstand gedachten Softwareprogramm „Business by Design“ wollte SAP Software „zur Miete“ übers Internet anbieten. Dieses „Software as a Service“ genannte Prinzip ist im Bereich der Unternehmens-IT bereits eine feste Größe. Insbesondere für den Mittelstand, SAPs wichtigstes Kundensegment, könnten die vergleichsweise niedrigen Kosten und der geringere Adminstrationsaufwand ein starkes Argument sein. Trotzdem hat die Firma bislang weniger als 200 solcher Verträge sichern können (silicon.de). Dabei hatte SAP selbst das Ziel ausgegeben, bis 2010 10.000 Einheiten zur verkaufen. Nun gibt das Management offiziell zu, dass dieses Ziel wohl erst 2011 zu erreichen sein wird.


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Freenet gerät unter Druck

Autor: Felix
abgelegt in: Unternehmen

Im Übernahmepoker um Debitel verlieren die Aktionäre das Vertrauen

freenet, 21.04.08, XetraFreenet ist eigentlich auf gutem Wege: Das Unternehmen steht in den schwarzen Zahlen und könnte bei einer erfolgreichen Fusion mit Debitel zum drittgrößten Mobilfunkanbieter Deutschlands zu werden (ARD). Ein Nachrichten-Magazin berichtete bereits am Wochenende, dass die Unterzeichnung eines Fusionsvertrages bereits für diese Woche geplant sei. Trotzdem bleiben die Anleger skeptisch: Denn Debitel steht mit über einer Milliarde Euro in der Kreide. Die Übernahme des selbst nur um ca. 600 Millionen Euro taxierten Unternehmens würde dadurch Kosten in Höhe des Jahresumsatzes von Freenet verursachen.
Freent wird vor allem am Xetra Dax gehandelt. Das Papier hat im letzten Jahr eine extreme Volatilität (9,45 € bis 25,52 €) gehabt. Im März letzten Jahres fusionierte die Freent mit mobilcom. Seitdem hat das Papier fast die Hälfte seines Wertes verloren. Der Wertverlust des Unternehmens an der Börse geht vor allem auf einen plötzlichen Absturz Ende Juli letzten Jahres zurück. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz des Unternehmens 1,86 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern lag bei 163, Millionen Euro (ftd). Am 15. April hat die Commerzbank die Aktie mit „Buy“ bestätigt und ein Kursziel für 15,5 Euro gesetzt. Die damalige Vorhersage, die Fusion würde steigende Widerstände von Seiten des Anteilseigners United Internet provozieren, hat sich nun bewahrheitet. Für den Fall eines Debitel-Kaufs hat UI-Chef Ralph Dommermuth inzwischen mit einer Klage gedroht (ARD). Denn das Unternehmen würde durch die Fusion ihre Sperrminorität bei Freenet verlieren.


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Telekom Logo © flickr / jajah

Heute geht einer der größten Wirtschaftsprozesse in Deutschland in die nächste Runde. Am Frankfurter Landesgericht wird über die Klagen zum dritten Börsengang der Telekom verhandelt. Diese platzierte nach Aussage von über 17.000 Klägern ihre Aktienprospekte im Jahr 2000 falsch und tätigte nach dem Börsengang Geschäfte, die so für die Anleger nicht ersichtlich gewesen seien.

Konkret nennen die Anwälte der Kläger die Bewertung der Telekom Aktie vor Börsengang, hier soll der Konzern seinen Wert übertrieben haben. Zweitens soll die Übernahme des Handybetreibers Voicestream in den USA, welche Milliarden gekostet hatte, schon vor dem Börsengang ohne Wissen der Anleger abgemacht worden sein. Das sind nur zwei der insgesamt 187 Anklagepunkte, laut Klägeranwälten reicht es bereits, wenn einer davon nachgewiesen wird, um die Klage zu rechtfertigen.

Von den Klägern haben bereits knapp tausend ihre Klage wieder zurückgezogen, der Streitwert des Prozesses beläuft sich zur Zeit auf 78,9 Millionen Euro bei 16.098 Klägern in 2603 Verfahren. Am heutigen Montag wird ein sogenannter Musterprozess stattfinden. Diese Art von Prozess ist im Zivilrecht in Deutschland noch relativ neu, eingeführt wurde sie am 1. November 2005 mit dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz.

Grob gesagt bedeutet ein Musterverfahren, dass nicht alle Kläger einzeln, sondern eine Klage stellvertretend für alle behandelt wird. Bei dieser handelt es sich um die Klage eines Rentners aus Baden-Württemberg, dessen 1,2 Millionen Euro den höchsten privaten Klageanspruch darstellen.

Die Probleme bei so einer Art von Prozess sind folgende: Er dauert sehr lange und es ist für die Telekom kein Vergleich möglich, weil sie nicht sicher sein kann, ob sich alle Kläger darauf einlassen. Deswegen wird sich der Prozess wohl vom Landesgericht an den deutschen Bundesgerichtshof verlagern. Das bedeutet aber, dass das Verfahren voraussichtlich länger laufen wird, als das KapMuG selbst befristet ist, dieses läuft im Jahre 2010 erstmal aus, weil es “nur” ein zivilrechtliches Experiment darstellt. Wie sich dann die Rechtslage ändern wird, weiß noch niemand.

Der Prozess gegen die Deutsche Telekom steht damit von vornherein nicht wirklich unter dem Stern der schnellen Gerechtigkeit. Viel eher wird der Konzern darauf bauen, dass sich noch mehr Kläger aus dem Verfahren zurückziehen, weil sie von der langen Prozessdauer im Verhältnis zum meist eher niedrigen Klageanspruch abgeschreckt sind.


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Toyota gibt Gewinnwarnung heraus

Autor: Felix
abgelegt in: Unternehmen

Fallende Absatzzahlen drücken die Langzeiterwartungen (via Reuters) Angesichts sinkender Nachfrage in Europa, den USA und Japan erwartet Toyota, das Verkaufsziel von 9,85 Millionen Fahrzeugen nicht erreichen zu können. Zwar seien von Emerging Markets wie Russland positive Signale zu vernehmen. Auf den wichtigsten Absatzmärkten und vor allem in den USA drücken aber die härter werdenden Kreditbedingungen, steigende Energiepreise und allgemeine wirtschaftliche Schwierigkeiten auf die Nachfrage.
Toyota in den letzten drei Monaten an der NYSE Tatsächlich befindet sich die Aktie schon längere Zeit auf Talfahrt, an der New Yorker Börse hat das Papier im Jahresschnitt 22 Prozent an Wert verloren. Das Unternehmen ist mit einem Wert von 273 Millarden US-Dollar einer der größten Industriekonzerne weltweit.
Toyota ist vor allem in den USA der Hauptkonkurrent der deutschen Automarken. Die Gewinnwarnung des Konzerns dürfte also viele Investoren in Bezug auf die Papiere von VW, BMW und Mercedes verunsichern. Momentan jedoch lässt sich über die Aktien der drei Hersteller keine allgemeine Aussage treffen. Während die Namensaktie von VW in den letzten drei Monaten um über 24 Prozent zulegen konnte, rutschte BMW im gleichen Zeitraum um 15 Prozentpunkte ab. Die Daimler-Namensaktie ist ebenfalls seit Beginn der Kreditkrise in Schwierigkeiten und hat sogar 18 Prozent verloren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits ist das US-Geschäft bei den letztgenannten Unternehmen ein wichtigerer Faktor als bei Volkswagen, dessen Autos sich dort ohnehin schlechter verkaufen. Andererseits werden die Premiummarken stärker als andere von den möglichen Strafzahlungen für übermäßigen CO2-Ausstoß und von den höher werdenden Benzinpreisen betroffen sein. Insofern lässt sich aus den Problemen von Toyota vielleicht doch nicht allzu viel für die deutschen Unternehmen im Allgemeinen ableiten.


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Balda gewinnt Zeit

Autor: Marcel
abgelegt in: Unternehmen

Das Handyzulieferungsunternehmen Balda hat seine Ende letzten Jahres veräußerten Tochtergesellschaften zurückgekauft. Gleichzeitig konnte erwirkt werden, dass die Kredite, die das Unternehmen aufgenommen hat, bis auf weiteres nicht zurückgezahlt werden müssen.

Die Börse reagierte auf diese Meldung, die Aktie konnte einen Kursgewinn von fast 10 Prozent verzeichnen. Es scheint fast, als hätten die Anleger vergessen, in welchen Schwierigkeiten Balda noch immer steckt. weiterlesen »


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Konzernchef rechnet mit Umsatzplus von fünf Prozent in 2008Die Buss von MAN fahren auch in Hongkong (wikimedia). In 2007 hat MAN dank seiner florierenden Lastwagensparte ein Umsatzplus von 19 Prozent eingefahren und erwirtschaftete 15,5 Milliarden Euro (2006: 13 Mrd.)
In den letzten Wochen gab es keine bekannt gewordenen Anzeichen für wirtschaftliche Probleme des Unternehmens. Trotzdem hat die MAN-Aktie seit Jahresbeginn mehr als zwanzig Prozent eingebüßt und ist damit von der Talfahrt des DAX mit am stärksten betroffen gewesen. Allein heute gab das Papier um 8,17 Prozent nach und liegt jetzt bei 81,40 €. Im letzten Herbst war noch ein Kurs von über 120 Zählern erreicht worden.
Offensichtlich fürchten Anleger, dass das exportorientierte Unternehmen besonders stark von einer möglichen Rezession in den USA betroffen sein würde. Konzernchef Hakan Samuelsson versuchte auf einer Presskonferenz am Dienstag, diese Sorgen zu zerstreuen. Die Gefahren aus der labilen Wirtschaftslage in den USA würden durch die positive Entwicklung der osteuropäischen Länder und Russlands wettgemacht (Financial Times Deutschland).
Nach einer Verschlankung in den Jahren 2005 und 2006 – die Luftfahrstparte MT Aerospace und die MAN Roland Druckmaschinen wurden abgestoßen – konzentriert sich MAN nun mit dem Fahrzeugbau auf sein Kerngeschäft. Daneben stellt die Tochterfirma MAN Turbo AG Turbinen und Kompressoren her, und MA Ferrostaal bietet industrielle Dienstleistungen an. Nach kleineren Übernahmen im Fahrzeugbereich ist eine Übernahme von Scania – MAN besitzt zur Zeit 15 Prozent der Aktien des schwedischen Konkurrenten - bisher am Widerstand anderer Großaktionäre gescheitert.
Die Analysten von AC Research reagierten bereits auf die Veröffentlichung der Unternehmensdaten mit einer Kaufempfehlung für die MAN-Aktie. MAN, 5.2., XETRA DAXInsbesondere die vollen Auftragsbücher, deren Abarbeitung einen Großteil des laufenden Jahres in Anspruch nehmen dürfte, bürge für eine kontinuierliche Geschäftsentwicklung (Yahoo!). In den letzten Monaten scheinen also die reale geschäftliche Entwicklung des Unternehmens und seine Bewertung am Aktienmarkt etwas auseinander gelaufen zu sein. Von daher ist das Papier auf Grund seiner niedrigen Bewertung also wohl ein guter Tipp.


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Microsoft will Yahoo übernehmen

Autor: Felix
abgelegt in: Unternehmen

Kampf der Giganten oder die Allianz der Verlierer gegen den ewigen Marktführer Google?
Wie Microsoft am heutigen Freitag verlautbarte, hat das Unternehmen ein Übernahmeangebot für den Suchmaschinenanbieter Yahoo vorgelegt. Dabei bietet der Softwareriese einen Aufschlag von 62 Prozent auf den gestrigen Aktienkurs von Yahoo.
Der lukrative Markt für Suchmaschinen wird momentan von Google dominiert; Mit über 50 Prozent Marktanteil (FAZ) ist das Unternehmen aus Palo Alto der wichtigste Ansprechpartner für alle, die im Internet zielgerichtet Werbung platzieren wollen. Yahoo und Microsoft sind im Suchmaschinengeschäft die stärksten Konkurrenten für Google, liegen mit weniger als zehn bzw. 23 Prozent Marktanteil aber weit abgeschlagen zurück (FAZ). Dabei gelang es immerhin Yahoo, im Internet noch einen geringen Profit von 700 Millionen US-Dollar zu erwirtschaften. Microsoft hingegen macht im Internet bislang Verluste. Zudem versucht Google (Gewinn 2007: 4,2 Milliarden US-Dollar) seit einiger Zeit, Microsoft mit webbasierter Anwendersoftware dessen ureigenste Domäne streitig zu machen. Es scheint sich in diesem Fall also ein Kampf der Giganten anzubahnen.
Die Nachricht ist heute das beherrschende Thema in den Wirtschaftsteilen der großen Tageszeiten gewesen. Dabei sind die Prognosen für den Erfolg des möglichen Zusammenschlusses sehr unterschiedlich. Das Handelsblatt sieht ein „gewaltiges Problem für Google“ und spricht gar von „Googles schwarzem Tag“. Dabei ist längst noch nicht klar, ob die Fusion überhaupt stattfinden wird; Yahoo prüft das Angebot bislang.
Der Kauf wäre wohl die größte Firmenübernahme in der New Economy seit der verlustreichen Übernahme von America Online (AOL) durch Time Warner im Jahre 2001.
Bei alledem bleibt zudem eine große Unbekannte: WikiaSearch der Wiki Foundation, die vor allem mit der Online-Enzyklopädie Wikipedia bekannt geworden ist. Zwar muss sogar der Chef Jimmy Wales auf der Seite einräumen, dass die Qualität der Ergebnisse bislang noch mager ist. Das Projekt ist wie das Lexikon der Foundation auf die kooperative Weiterentwicklung durch die User-Community angewiesen. Der Erfolg und die Qualität der Wikipedia haben aber schon einmal bewiesen, dass ein solches System generell funktionieren kann. Die Zuwachsmöglichkeiten für kommerzielle Unternehmen im Bereich Suchmaschinen könnten durch WikiaSearch also stark eingeschränkt werden.
Für Anleger interessant: Die Börse reagiert uneinheitlich auf die Nachricht. Der Kurs von Microsoft, der in den letzten Monaten geschwächelt hatte, verlor auch heute 6,8 Prozentpunkte. Die Aktie von Yahoo schloss heute am Nasdaq im Plus.Im letzten Jahr Yahoo’s Aktie hingegen schoss am Freitag um 9,21 Prozent in die Höhe. Falls die Übernahme stattfinden und Microsoft über Yahoo endlich den Einstieg in die Online-Werbung schaffen sollte, wäre ein Aktienkauf von Microsoft zum jetzigen Zeitpunkt also eine hochprofitable Angelegenheit gewesen.


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