Börseninformationen

Alles zu Aktienmarkt, Aktienkurse & Aktienbroker
 


Der Rand rutscht gegenüber dem Dollar auf ein Fünfjahrestief

Während die wichtigen asiatischen Währungen, aber auch der Euro gegenüber dem Dollar stärker und stärker werden und somit die Gefahr einer weltweiten Rezession erhöhen, geht der Trend der südafrikanischen Währung Rand in die entgegengesetzte Richtung. Trotz eines immer größer werdenden Investitionsvolumens in Afrika schwächelt die wichtigste Währung auf dem Kontinent schon seit Jahren. Der Wertverlust gegenüber dem Euro beträgt seit Februar 2006 drei Viertel. Momentan steht der Rand bei 12,38 €. Möglicherweise handelt es sich hier um einen sich selbst verstärkenden Effekt: Auf die Inflation der Währung wurde von den Notenbanken mit der Anhebung des Leitzinses auf mittlerweile elf Prozent reagiert. Im Zeichen der Kreditkrise sei, so vermutet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Risikobereitschaft der Anleger zurück gegangen und damit die Bereitschaft, Geld zu hohen Zinsen zu leihen. Welche Faktoren aber standen am Beginn der Krise?
Südafrika ist bei weitem kein Entwicklungsland im klassischen Sinne: Nach dem Ende der Apartheid hat es die Börse des Landes in die Top-Ten der weltweit größten Handelsplätze geschafft. Die Grundlage dieses Aufstiegs, die heimische Wirtschaft, speist sich aus zwei Quellen: Da ist zum Einen der große Reichtum an Bodenschätzen. Insbesondere die großen Goldvorkommen, , aber auch Diamanten – das in London und Johannesburg ansässige Unternehmen de Beers ist der weltweit der Marktführer unter den Produzenten – und Platinum tragen positiv zur Handelsbilanz des Landes bei. Im krassen Gegensatz zur Währungsschwäche steht auch das derzeitige Wirtschaftswachstum von über vier Prozent. Eine große Schwäche des Landes ist aber die veraltete Infrastruktur, die momentan zu sehr hohen Energiekosten im Land führt. Da Südafrika Energieträger wie Öl importieren muss, betrifft dieses Problem auch im hohen Maße die Handelsbilanz und damit die Währung (FAZ).
Wertverlauf des Rand ggü. dem Dollar Tatsächlich ist der Rand die meist gehandelte Währung aller weltweit als „Entwicklungsland“ eingestuften Länder. Die Währung ist eine von 15, die dem “Continuous Linked Settlement” angehören. Hierbei handelt es sich um eine Institution, die den simultanen Umtausch von Währungen gewährleistet.
Übrigens erinnert der Name der südafrikanischen Währung nicht umsonst an das deutsche Wort für “Kante”: Er geht auf den burischen Begriff für den Bergrücken mit Namen “White-Waters-Ridge” zurück, in dem große Goldvorkommen gefunden wurden.


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Wenn an der Börse fast alle Kurse fallen, scheint Spekulation auf Aktien kaum sinnvoll zu sein. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Alphazertifikate. Hier kann man auf das Verhältnis zweier Basiswerte spekulieren. Man kann zum Beispiel darauf wetten, dass der Kurs einer Bank schneller fällt, als der einer anderen. Da der Wert einer solchen Anlage sich aus anderen Basiswerten ableitet, nennt man diese Anlage nach anderen Basiswerten richtet, handelt es sich bei diesen so genannten „Alpha-Zertifikaten“ um Derivate. Die momentane, schlechte Situation der Aktienmärkte scheint solche Anlagen mehr und mehr sinnvoll zu machen. Auch die Financial Times Deutschland empfiehlt Alphazertifikate in dieser Woche.

Seit 2003 existiert eine ebenfalls lohnende Variante der Alphas, die Expresspapiere. Hier profitiert der Anleger auch, wenn der Kurs, bzw. das Kursverhältnis, unverändert bleibt. Dabei wird auch von dem Prinzip Abstand genommen, dass nur der Kurs zu einem bestimmten Stichtag zählt: Es sind mehrere Beobachtungstage möglcih, an denen der Anleger aus dem Vertrag aussteigen und kann und eine vorher vereinbarte Rückzahlung erhält. Die Bedingungen für Aus- und Rückzahlungen werden mit beliebiger Flexibibiltät festgelegt, eine feste Auszahlung kann beispielsweise auf eine Kursmarge von 70 bis 100 Prozent des Kurses bei Vertragsbeginn vereinbart werden.
Die Spekulation auf Gold war in den vergangenen Monaten besonders lohnend. Ein Geheimtipp zu derivativen Wertpapieren kommt ebenfalls von der Financial Times: Goldindizes. In diese werden Unternehmen aufgenommen, die mit dem Goldhandel zu tun haben, typischerweise also Minenunternehmen. Diese profitieren enorm von steigenden Goldpreisen. Denn sie können zu den entsprechenden Zeitpunkten ihr Gold nicht nur zu einem höheren Preis verkaufen, sondern auch mehr davon abbauen. Da der Mehrertrag hierdurch im Normalfall nicht von den (nur marginal) höheren Kosten des Abbaus aufgefressen wird, steigt der Umsatz überproportional zum Goldpreis. Umgekehrt fällt er natürlich auch stärker als ein fallender Goldpreis, sofern die Unternehmen in schlechten Zeiten weniger Gold abbauen. Dieser Effekt ist typisch für derivative Anlagen, die stets höhere Wertschwankungen als die ihnen zu Grunde liegenden Basiswerte haben. Allerdings spielen natürlich auch die Schwankung der bei der Förderung auftretenden Energiekosten eine Rolle (ftd).


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Derivat

abgelegt in: Glossar

Das Derivat ist eine Anlageform, deren Wertbildung von einer frei zu definierenden Bezugsgröße abhängt. Ein solcher Wert muss kein käufliches Gut sein, man kann Derivate also auch als reine Wetten auf irgend ein Ereignis wie das Wetter abschließen. In der Finanzwelt bedeutsam sind jedoch auch Derivatgeschäfte, welche tatsächlich den Kauf des preisbildenden Gutes involvieren.

Ein solches Gut können auch Aktien sein. Von einem Derivat spricht man zum Beispiel dann, wenn der Kauf nicht sofort getätigt, sondern für einen bestimmten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis vereinbart wird (Festgeschäfte). Profitabel ist das Geschäft dann, wenn der Wert des Gutes über dem bei Vertragsabschluss vereinbarten Preis liegt. Ein wichtiger Unterschied zum Aktienkauf: In der Zeit zwischen dem Abschluss des Derivatgeschäftes und dem Eintreten des vereinbarten Kaufzeitpunktes setzt der Derivatnehmer nicht sein eigenes Kapital ein. Man kann sein Geld also anderweitig einsetzen, bzw. muss kein Fremdkapital für die Anlage aufbringen.

Wenn der Basiswert hingegen fällt, muss man zusehen, wie das eingesetzte Kapital schwindet und schwindet. Bei dieser sehr spekulativen Anlageform ist Expertenwissen über den wahrscheinlichen Wertverlauf des Basiswertes innerhalb der Vertragslaufzeit also extrem wichtig, weil man nicht kurzfristig aussteigen kann. Wer sich diesem Risiko nicht aussetzen will, kann auch eine Option erwerben, welche einen Kauf zu einem Zeitpunkt lediglich ermöglicht. Natürlich muss man für dieses Recht Geld einsetzen, was bei einem negativen Kursverlauf dann ebenfalls zum Fenster hinausgeworfen wurde.

Neben solchen asymmetrischen Vetragsformen gibt es auch die Möglichkeit von Tauschgeschäften, den so genannten Swaps. Hier zahlen beide Vertragsparteien einander Zinsen auf einen bestimmten Nennwert, etwa eine Währung oder ein Aktienindex. Der Zinssatz kann in einem Fall variablel und im anderen fest sein. Zum Beispiel kann man von der Bank Zinsen auf einen bestimmten Nennwert erhalten, die sich nach dem Kursverlauf des DAX richten. Im Gegenzug muss man der Bank Zinsen in der aktuell für Kredite üblichen Höhe auf einen (nicht ausgezahlten) Geldwert zahlen. Mit anderen Worten: Man spekuliert ohne anfänglichen Einsatz von Geld einfach auf den Kursverlauf des DAX und profitiert, wenn der DAX schneller wächst, als sich ein bestimmtes Geldvermögen durch Zinsen vermehren würde.


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Der Reiseveranstalter TUI ist einer der wenigen Gewinner in dieser Woche.

Der DAX verlor 148 Zähler und schloss am Freitag bei 6508 Punkten. Das entspricht einem Minus von 2,2 Prozent. Allein heute ergab sich ein Minus von 1,17 Prozentpunkten. Der Grund waren offensichtlich schlechte Zahlen vom Arbeitsmarkt in den USA: Allein im Februar ist die Zahl der Beschäftigten dort um 63.000 zurück gegangen. Die USA liegen immer noch bei einer Arbeitslosenrate von 4,8 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau in europäischen Ländern. Da die sozialen Sicherungssysteme in den Staaten jedoch wesentlich schwächer ausgebaut und die Verwaltung sowie das Steuersystem wesentlich wachstumsfreundlicher als hier sind, ist ein Rückgang der Beschäftigungszahlen ein alarmierendes Zeichen. Tatsächlich hat es eine solche Entwicklung seit Jahren nicht mehr gegeben.
DAX 30, 3.3. bis 7.3.Bei den Standardwerten des DAX heißt der große Gewinner der Woche TUI. Um knapp acht Prozent steigerte sich der Kurs in den vergangenen fünf Tagen auf jetzt 17,17 Zähler. Grund dafür könnten Gerüchte sein, dass TUI-Chef Michael Frenzel bald zurücktreten wird. Frenzel steht für die Eingliederung der Schifffahrtslinie Hapag Lloyd in die TUI AG auf dem Aktienmarkt. Mit diesem Argument setzt auch Analyst Equinet die Aktie auf Buy und gibt ein Kursziel von 19 Euro aus. Auch Warburg, Independent Research und die WestLB empfehlen das Papier. Ob eine langfristige Anlage ratsam ist, sei jedoch dahingestellt; die Wertentwicklung seit Februar stellt lediglich eine Erholung der katastrophalen Kursentwicklung seit Dezember letzten Jahres dar. Der Konzern hatte in 2007 rote Zahlen geschrieben, und im Dezember gab die Deutsche Bank dann eine Verkaufsempfehlung mit dem Argument heraus, dass die unternehmenseigenen Gewinnprognosen gesenkt werden müssten (börse.ard).


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Das Handyzulieferungsunternehmen Balda hat seine Ende letzten Jahres veräußerten Tochtergesellschaften zurückgekauft. Gleichzeitig konnte erwirkt werden, dass die Kredite, die das Unternehmen aufgenommen hat, bis auf weiteres nicht zurückgezahlt werden müssen.

Die Börse reagierte auf diese Meldung, die Aktie konnte einen Kursgewinn von fast 10 Prozent verzeichnen. Es scheint fast, als hätten die Anleger vergessen, in welchen Schwierigkeiten Balda noch immer steckt. weiterlesen »


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Der Kreditanbieter Fannie Mae darf mehr auf dem Hypothekenmarkt investieren. Das könnte den Marktwert für Hauskredite deutlich steigern.

Ein eigenes Heim wird in der nächsten Zeit wohl für viele Amerikaner ein Traum bleiben.Der eigentlich unter dem Namen “Federal National Mortgage Association” firmierende Investor hat es sich zur Aufgabe gemacht, privaten Hausbesitzern in den USA bezahlbare Kredite zu verschaffen. Bislang schränkte die zuständige Regulierungsbehörde jedoch das Gesamtvolumen dieser Kredite stärker ein. Die heute bekannt gewordene Aufstockung des Investitionsvolumens bedeutet, dass einige Milliarden Dollar mehr in amerikanische Hypotheken investiert werden.

Damit wird die Ursache der Kreditkrise, nämlich der rapide Verfall des Marktwertes von Hypothekenkrediten im Allgemeinen, möglicherweise gelindert. Daher erwarten viele, dass diese scheinbar unbedeutende Maßnahme die Aktienmärkte im Allgemeinen positiv beeinflussen könnte. Denn nach wie vor haben viele Finanzinvestoren große Geldsummen in Hypothekenkrediten angelegt. US-Notenbankchef Ben Bernanke forderte auch umgehend, dass die neu gewonnenen Investitionsmöglichkeiten genutzt werden sollten. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch gab er darüber hinaus wenig Hoffnungen zu erkennen, dass sich der Immobilienmarkt in der nächsten Zeit erholen könnte. In dem Maße, indem die wirtschaftlichen Probleme in den USA eine Eigendynamik bekommen haben, könnten Rezessionsängste einen negativen Effekt auf den Häusermarkt haben.
Für Aktieninhaber von Fannie Mae ist die momentane Entwicklung ohnehin ein schwacher Trost: Die Aktie befindet sich seit 2001 im stetigen Abwärtstrend und ist im letzten Herbst von 67 $ auf nunmehr 28 $ abgestürzt. Der Immobilienmarkt in den USA ist wohl schon seit Längerem ein heißes Eisen.


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Ifo-Index

abgelegt in: Glossar

In den Medien wird vom Ifo-Index meist als dem „Geschäftsklimaindex“ gesprochen. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Indikator um eine Zusammenfassung aus zwei thematisch unterschiedlichen Datenerhebungen. Führungskräfte in der Wirtschaft werden monatlich sowohl zur aktuellen Lage ihres Unternehmens bzw. ihrer Branche, als auch zu ihren Aussichten für die kommenden Monate befragt. In beiden Fragen können jeweils nur drei Urteile, „gut“, befriedigend“, „schlecht“, bzw. „günstiger“, gleich bleibend“ oder „schlechter“ abgegeben werden. Aus diesen einfachen Urteilen werden dann auf das Jahr 2000 (100 Punkte) genormte numerische Werte ermittelt. Die Zusammenfassung der beiden Ergebnisse wiederum liefert eben den „Klima“-Index für die wirtschaftliche Gesamtlage.
Momentan steht dieser Wert über einhundert. Nach dem Einsturz in Folge des elften Septembers 2001 erholte sich der Ifo-Index, analog zu wirtschaftlichen Gesamtlage in Deutschland, seit 2005 und steht seit Anfang 2006 wieder über dem 2000 gemessenen Wert.
Verlauf des Ifo-Index seit Mitte der Neunziger Jahre (quelle: cesifo-group.de). Was die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage anbelangt, so ist natürlich das vom Statistischen Bundesamt ermittelte Bruttoinlandsprodukt näher an den Fakten als die grobe Einschätzung in gut, befriedigend oder schlecht durch den Ifo-Index. Insbesondere für Anleger interessant ist jedoch der Prognoseteil. Da die Teilnehmer am wirtschaftlichen Geschehen selbst befragt werden, hat dieser Index tendenziell eine größere Zuverlässigkeit als etwa makroökonomische Analysen von den Volkswirten der großen Bankinstitute.
Der Index ist also ein recht einfacher, aber vergleichsweise zuverlässiger Indikator für die Lage in der Wirtschaft und an den Aktienmärkten. Private Anleger sollten die monatlich erscheinenden Daten durchaus bei ihren Entscheidungen in Betracht ziehen. Das den Ifo-Index herausgebende Münchener Institut für Weltwirtschaftsforschung betreibt übrigens auch andere Indizes wie den Klimaindex für den Euroraum oder ein „Mittelstandsbarometer“.


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Das Ende der Skepsis?

abgelegt in: DAX

Professionelle Anleger und Manager zeichnen in zwei Umfragen ein positives Bild der Lage

(via Financial Times Deutschland) Der für die Einschätzung der Wirtschaftslage in Deutschland maßgebliche Ifo-Index ist den zweiten Monat in Folge gestiegen. Die befragten Wirtschaftsmanager vergaben den Wert von 104,1, im letzten Monat waren es nur 103,4 gewesen. Nach der wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten sechs Monaten gefragt, gaben die Manager hingegen eher negative Prognosen.
Kursverlauf der Hypo Real Estate Hdlg. in der letzten Woche und heute (12:00). Auch eine Umfrage unter professionellen Anlegern kam zu positiven Ergebnissen: Die Financial Times Deutschland ließ in Zusammenarbeit mit dem Vermögensverwalter Feri Rating & Research Versicherungen, Banken und Industrieunternehmen nach ihrer Lageeinschätzung zu den Märkten und ihren Anlageabsichten befragen.

Die Ergebnisse der Feri-Umfrage sind wenig überraschend, stimmen sie doch mit der Entwicklung an den europäischen und amerikanischen Handelsplätzen überein. Der Stoxx50-Index hat zwar seit Januar 12 Prozent verloren. Sein plötzlicher Abwärtstrend hat sich jedoch im ablaufenden Monat stark verlangsamt. Für den DAX muss mittlerweile davon ausgegangen werden, dass sich die Kurse um die 7.000er-Marke herum einpendeln werden oder gar wieder auf das Niveau der Monate vor dem Crash zurückkommen.

Während der Ifo-Index neben einer Prognose die Einschätzung der aktuellen Lage widergibt, basiert die Feri-Umfrage auf einer rein prospektiven Analyse. Es geht hier um die Einschätzung der künftigen Entwicklung an den Märkten und in der Wirtschaft. Dass die Zukunftssaussichten nach der Ifo-Umfrage wesentlich negativer ausfallen als in der Erhebung durch Feri, erklärt sich durch die Auswahl der befragten Teilnehmer: Industrieunternehmen machen unter den institutionelle Anleger einen relativ geringen Anteil aus. Sie jedoch geben sowohl in der Feri-Umfrage als auch beim Ifo-Index die schlechtesten Prognosen. Während für sie nämlich der möglicherweise glimpfliche Ausgang der Kreditkrise von vergleichsweise geringer Bedeutung ist, macht insbesondere den exportorientierten Unternehmen der schwache Dollar nach wie vor zu schaffen. Und trotz der erstaunlichen Entwicklung der letzten Monate zeichnet sich immer noch keine Trendumkehr ab. Auch heute gewann der Euro gegenüber der amerikanischen Währung weiterhin an Wert. Die Finanzwerte an den Börsen sorgen hingegen auch heute für eine allgemeine Kurserholung. Vor allem die in den letzten Monaten schwer geprüfte Aktie der Hypo Real Estate macht mit 3,8 Prozent (12:00) einen bedeutenden Kurssprung.


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Immobilie ©elbfoto

Die vom Zentralbank-System der USA eingeleiteten Senkungen der Leitzinsen machen es deutlich: Spekulationen auf Hypotheken haben den Finanzmärkten stark zugesetzt, sie sorgten selbst bei besonders erfahrenen Instituten für schmerzhafte Verluste. Bei den Anlegern an der Börse stehen die Aktien aller Unternehmen, die in einem Zusammenhang mit Immobilien stehen, auf der schwarzen Liste. Nur einige mutige Investoren hoffen gelegentlich auf eine schnelle Besserung und sind der Meinung, die betroffenen Aktien nun zu Ausverkaufspreisen zu erwerben.

Dass sich die Bewertung einiger Immobilienwerte dabei schon halbiert hat, gibt allerdings keinen Anlass zur Entwarnung. Dieser Verfall beweist, dass sich die Anleger an der Börse in den letzten Jahren in einer trügerischen Sicherheit gewogen haben und nun in die Realität zurückkehren sollten. Zu den Tatsachen, denen sie momentan ins Auge blicken müssen, gehört das enorme Risiko der Krise für den Immobilienmarkt selbst. Doch nicht nur die Gewinnerwartungen von Unternehmen dieser Branche sind betroffen. Durch die Zinssenkungen der Federal Reserve stellt der sinkende Dollarkurs ein enormes Risiko für den gesamten europäischen Exportmarkt dar.

Kurs-Gewinn-Verhältnisse, die den Anlegern bislang attraktiv erschienen, müssen also womöglich überdacht werden. Da alle Spekulationen an der Börse auf Vergleichen beruhen, stoßen die Immobilienwerte die Indizes in einen Abwärtsstrudel. Sowohl Grundstücke als auch Häuser werden deswegen in Zukunft bei Einkäufen in den weniger exklusiven Kategorien günstiger zu haben sein, da Investoren die Finanzierung der Immobilien in der Regel nicht mit Bargeld vollziehen, sondern auf hohe Kredite angewiesen sind.

In dieser Hinsicht haben Immobilien den Banken jedoch die Laune gehörig verdorben. Die Vorgehensweise der US-amerikanischen Partner nötigt die Europäische Zentralbank förmlich, nach gleicher Methode den Wertverfall des Dollars zu stoppen, insgesamt aber das Inflationsrisiko zu erhöhen. Inwiefern sich die Horrorszenarien einer hart zuschlagenden Rezession jedoch bewahrheiten, bleibt abzuwarten.


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Risikobehaftete Wertpapiere erhalten immer größere Risikozuschläge

Die beiden Begriffe “Yunk-” und “High-Yield-Anleihen” bezeichnen zwei Aspekte desselben Anlagemodells. Kunden von Yunk-Anleihen spekulieren einerseits auf gute Zinsen für das von ihnen eingesetzte Geld. Aber dafür besteht ihr Risiko darin, dass sie das eingesetzte Geld möglicherweise überhaupt nicht mehr zurückbekommen. Denn man belegt nur solche Anlagen mit dem unschönen Wort „Junk“ (dt. etwa „Müll“), deren Emittenten über eine geringe Bonität verfügen. Solche Emittenten können beispielsweise Firmen mit Liquiditätsproblemen sein, die ihre Zahlungsfähigkeit mit der Herausgabe von Anleihen kurzfristig überwinden wollen. Geht eine solche Firma pleite, könnten die Gläubiger leicht auf ihren Schulden sitzen bleiben. Für dieses Risiko bekommt der Anleger natürlich, und dies ist die Bedeutung der anderen Bezeichnung „High-Yield“, meist einen für Anleihen sehr hohen Zinssatz.
Tatsächlich werden auf diese Anleihen - der deutsche Name dafür heißt übrigens schlicht „Schrottanleihen“ - angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage höhere Zinsen gezahlt. Große Bankhäuser wie die Schweizer UBS gehen davon aus, dass die Ausfallrate bei Junk-Anleihen im Jahresmittel für 2008 bei rund acht Prozent liegen dürfte. Das wäre eine enorme Verschlechterung, denn momentan liegt die Rate bei lediglich einem Prozent. Die ‘Müll’-AnleiheIm Gegenzug werden bei vielen Anleihen bereits großzügige Risikoaufschläge gezahlt. Bei Anleihen privater Emittenten in den USA beträgt die Differenz zu den Staatsanleihen momentan bis zu sieben Prozent (NZZ).
Die Neue Zürcher Zeitung vermutet, dass diese Verschiebung gerade im Charakter der Junk-Anleihen als risikostarke Anlagen begründet liegt, da die Kreditkrise vor allem durch riskante Investements ausgelöst worden sei, setzen Investoren demnach jetzt verstärkt auf sichere Pferde.


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