Ein weiterer Schritt zur Konsolidierung des deutschen Finanzmarktes steht bevor.
Mit dem geplanten Verkauf der Postbank durch die Deutsche Post AG hat sich dieser Blog bereits eingehend beschäftigt. Aus politischen Gründen – der Bund hält 30 Prozent der Anteile an der Post – war lange Zeit die Allianz als aussichtsreicher Übernahmekandidat gesehen worden. Das Argument: Das nach größte deutsche Unternehmen, das bereits die Dresdner Bank besitzt, würde somit zu einem nationalen Champion auf dem deutschen Bankenmarkt. Dies erscheint insbesondere vor dem Hintergrund plausibel, dass die US-amerikanische Cittibank offensichtlich den Kauf deutscher Banken plant. weiterlesen »
Die United Internet AG ist ein Holding aus 8 verschiedenen Internet-Diensten. Sie wurde 1988 als 1&1 EDV-Marketing GmbH von Ralph Dommermuth gegründet und hat auch heute noch ihren Hauptsitz in Montabaur, einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz.
Von diesem Anfangsstadium bis heute hat die AG sich rasant vergrößert. Das lag zum Teil mit daran, dass das Unternehmen das erste in Deutschland war, das als Internetprovider im damaligen “Neuen Markt” einen Börsengang gewagt hat. Im Zuge dessen hat sich 1&1 sehr schnell an anderen Internetfirmen beteiligt und aggressiv Teile dieser Unternehmen aufgekauft. So wurde 1&1 zur Jahrtausendwende in United Internet AG umbenannt. Fachkräfte sprechen 2008 von einem gemäßigten Aufwärtstrend, weil das Unternehmen schon so groß ist, wird es wohl nicht mehr besonders schnell wachsen.
Die United Internet AG beinhaltet bekannte Firmen wie Web.de, GMX und AdLINK. Wie es dem Unternehmen geht, sieht man am besten an seinem Ursprung: Wer nach Jobs für die 1&1 Internet AG sucht, findet gleich 87 freie Stellen, scheint also, als würde der prognostizierte Aufwärtstrend am Stellenangebot bestätigt.
Die United Internet AG symbolisiert damit eine deutsche Online-Erfolgsgeschichte, die mittlerweile 8 wichtige deutschen Internet-Service-Anbieter unter einem Dach vereint.
Das Barrel liegt am Freitag bei 125 $: Handelt es sich um eine Spekulationsblase?
Der heutige Preisansteig wird mit Lieferengpässen in Nigeria in Verbindung gebracht. Der Ölpreis ist allerdings auch in den vergangenen Wochen ständig gestiegen. Der Anstieg schlägt bereits voll auf den Benzinpreis durch: Für den Liter Benzin mussten am Wochenanfang laut Mineralölwirtschaftsverband (MWV) 1,44 Euro bezahlt werden (Handelsblatt).
Wie die Financial Times bemerkt, verwundert dies angesichts der weltwirtschaftlichen Rahmendaten: Die Schwäche der amerikanischen Wirtschaft und die geringere Kaufkraft der US-Bürger lassen die Nachfrage nach Treibstoff in den USA sinken, andererseits befinden sich die geförderten Bestände in den OPEC-Staaten auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Auch Olivier Jakob von Wirtschaftsforschungsinstitut Petromatrix sagt der FT, die Märkte würden bei der Preisbildung von einer Ölknappheit ausgehen, die noch gar nicht bestehe. An den Finanzmärkten ist seit einiger Zeit ein Trend zur Anlage in Rohstoffen zu beobachten: In den letzten Monaten hat das Handelsvolumen an den Rohstoffmärkten im über zehn Prozent zugenommen (faz.net).
Die OPEC lehnt es bislang ab, die Fördermengen zu erhöhen. Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass die Mitgliederländer der Organisation lediglich für rund ein Fünftel der deutschen Ölimporte aufkommen. Die größten Lieferländer sind Russland und einige ehemalige GUS-Staaten (Handelsblatt). Wie dem auch sei, viele Analysten rechnen mit einem weiteren Preisanstieg. Spekulationen auf den Ölpreis, so schädlich sie makroökonomisch auch sein mögen, machen derzeit für den Anleger Sinn.
Die Biotechnologie, ein wichtiger Teil der einstigen New Economy, war zuletzt von starken Kurseinbrüchen betroffen. Ein Grund ist häufig, dass sich die Marktreife neuer Produkte in dieser sehr jungen Branche auf Grund von medizinischen oder technischen Problemen in vielen Fällen als nicht gegeben herausstellen. Dabei handelt es sich hier eindeutig um eine Zukunftsbranche: Anwendungen wie Gen-Therapien, die Verarbeitung von Biokraftstoffen oder die Züchtung von künstlichen Geweben werden in Zukunft eine große Große Nachfrage erfahren.
Einer der größeren Vertreter der Branche in Deutschland ist die bei München angesiedelte MorphoSys AG. Das am TecDax gelistete Unternehmen stellt synthetische Antikörper her. Fast alle Aktien finden sich in Streubesitz, jedoch hat der Pharmahersteller Novarts im Rahmen einer Kooperation ein kleineres Aktienpaket erworben. Seit 2004 arbeitet das Unternehmen profitabel (Wikipedia). In den ersten Monaten dieses Jahres hat die MorphoSys mit einem unglaublichen Gewinn von 181 Prozent (vor Steuern und Zinsen) auf sich aufmerksam gemacht. Die Aktie ist bereits vorher schon hoch bewertet gewesen und verlor im Februar sogar etwas an Wert. Die jüngeren Analystenmeldungen sind jedoch durchweg euphorisch. So erwaret die WestLB eine weiterhin positive Kursentwicklung und gibt ein Kursziel der momentan auf 42 Euro stehenden Aktien von 59 Euro aus (handelsblatt). Die MIDAS Research geht sogar noch weiter und sieht das Papier mittelfristig bei 78 Euro (wallstreet-online.de). In den nächsten Monaten wird MorphoSys Informationen über Neuentwiclungen bekannt geben. Diese Nachrichten könnten den weiteren Kursverlauf der Aktie bestimmen.
Ein weiterer Tipp für Anleger ist die Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech. Wer hier sein Geld anlegt, wird vor den starken Wertschwankungen der einzelnen Biotech-Firmen geschützt, profitiert aber dafür vom hohen Wachstumspotential der gesamten Branche.
Rekordergebnis im ersten Quartal 2008
Während die Mehrzahl der börsennotierten Unternehmen in den letzten Monaten hohe Kursverluste hinnehmen mussten, profitiert die Deutsche Börse genau davon: Die hektischen Verkaufsvorgänge bedeuten schließlich eine erhöhte Zahl von Transaktionen, von denen die Börse anteilsmäßig profitiert. In der Folge konnte das operative Ergebnis um 42 Prozent auf 425,8 Millionen Euro im ersten Quartal 2008 erhöht werden. Der Nettogewinn konnte noch deutlicher von 192,3 Millionen auf nunmehr 304,2 Millionen Euro gesteigert werden. Der Finanzdienst AFX der Nachrichtenagentur dpa hatte gleichwohl ein noch besseres Geschäftsergebnis erwartet. weiterlesen »
G. stellen eine “Zwitter” zwischen Anleihen und Aktien dar. Der Käufer kann anders als bei Aktien keinen Teilbesitz am Unternehmen erwerben. Er hat jedoch, und dies unterscheidet den Genussschein von der festverzinslichen Anleihe, verschiedene „Genussrechte“. Dazu kann zum Beispiel eine direkte Gewinnbeteiligung gehören, was bei Anleihen nur im Fall der Umwandlung in Aktien (Wandelanleihen) der Fall ist. Zudem hat der Käufer ebenso wie ein Aktieninhaber ein Anrecht auf einen Teil des Liquidationserlöses bei Auflösung des Emittenten. Anders als die Anleihe ist der Genussschein also zu einer eigentlichen Spekulation geeignet. Der offensichtliche Nachteil davon ist eine Verlustbeteiligung des Genussrechtsnehmers. Die Gewinnbeteiligung am Unternehmen ist aber nicht immer in Reinform Teil des Vertrages. Es gibt auch Mischformen und sogar festverzinsliche Genussscheine. Bei letzteren ist aber immer noch die Beteiligung am Liquiditationserlös ein wichtiger Unterschied zur Anleihe. Allen Modellen gemeinsam ist aber, dass sie im Unterschied zum Aktienkauf kein Stimmrecht implizieren. Die Kleinanleger interessiert das natürlich wenig.
Leider werden auch Genussscheine in Deutschland stark versteuert. Vor allem die Zinsabschlagsteuer schlägt mit 25 Prozent deutlich zu Buche. Hinzu kommt noch der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuerlast, vom zu versteuerenden Kapital müssen daher insgesamt 26,375 Prozent abgegeben werden (allianz.de).
Genussscheine sind eine Besonderheit des deutschsprachigen Raumes, also Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Sie stehen bei manchen Unternehmen wie der Drägerwerk AG und Bertelsmann in direkter Konkurrenz zu Aktien. Insgesamt haben G. aber einen höheren Anwendungsbereich, sie werden zum Beispiel auch von GmbHs ausgegeben. Aus diesem Grund entscheiden sich insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen zur Herausgabe von G.
Als Alternativen zu Aktien sind momentan vor allem Anleihen populär. Bloomberg berichtete jüngst, dass in 2007 Papiere im Volumen von 180 Milliarden US-Dollar auf den Markt gekommen seien und zu einem durchschnittlichen Zinssatz von acht Prozent verzinst wurden. Andere Anleihen wie Staatsanleihen (Bundesschatzbriefe in Deutschland) bieten hingegen keine so große Rendite.
Ein interessantes Zwischending ist da der Genussschein. Er bringt zwar kein Stimmrecht mit sich, aber dafür eine Gewinnbeteiligung am Unternehmen. Bei den sich stark unterscheidenden Vertragsbedingungen ist häufig eine recht hohe Rendite garantiert. Beispielsweise lassen manche Emittenten zwar die Scheineigner an etwaigen Verlusten zunächst teilhaben, reichen die verabredete Rendite im Rahmen eine Nachzahlungsverpflichtung aber später nach. Das ist jedoch nicht die ganze Wahrheit: Denn die nachgeholten Zahlungen belasten das Ergebnis des Unternehmens zum Zeitpunkt der Nachzahlung. Auf diesem Wege werden spätere Gewinne für die Scheineigner durch frühere Verluste wieder aufgefressen (FAZ). In Zeiten der Kreditkrise schwächeln vor allem die Genussscheine von Banken. Ein besonders krasses Beispiel ist hier die IKB. Bei illiquiden Unternehmen können Aktien sogar ein geringeres Risiko haben: Denn im Falle einer Unternehmensauflösung werden Genusscheininhaber nachrangig gegenüber anderen Gläubigern bedient.
Das am TecDax gelistete Drägerwerk ist ein weiteres Beispiel für die Risiken von Genussscheinen. Seit Oktober letzten Jahres ist der Aktienkurs des Herstellers von Medizin- und Sicherheitstechnik von 70 auf jetzt (2.5.) nur noch 42 Euro abgestürzt. Dieser Kursverlust ist voll auf den Genusscheinkurs durchgeschlagen. Im zweiten Quartal 2007 waren die Titel noch bei über 100 Euro und rutschten Anfang Februar bis unter die 70-Euro-Marke. Trotzdem gibt es für den vom Drägerwerk ausgegeben Schein 7,5 Prozent Rendite.
Mit der Allianz fährt man ebenfalls gut: Das am Börsenwert gemessen größte deutsche Unternehmen bot auf seine 6 Millionen ausgegebenen Genussscheine (Nennbetrag je Stück 5,12 €) in den letzten, krisengeschüttelten drei Monaten 1,78 Prozent Rendite. Die Mindestausschüttung beträgt fünf Prozent des Nennbetrages.
Bereits seit letztem Jahr, und schon vor der Kreditkrise, schwächelt die Aktie von SAP. Nachdem das Unternehmen nun einen Gewinnrückgang auf nun 290 Millionen Euro in 2007 verkündete, fiel die Aktie am Mittwoch um zwei Prozent.
In der Krise befindet sich SAP allerdings nicht. In nur einem Vierteljahr konnte das Unternehmen seinen Gewinn beim Verkauf von Softwarelizenzen und Wartungsdienstleistungen um ganze 15 Prozent steigern. Tatsächlich hatten Analysten aber mit 20 Prozent gerechnet (ftd.de).
Der auf dem US-Markt starke Softwarehersteller ist besonders stark vom hohen Dollarkurs betroffen. Denn ein Großteil der Produktionskosten fallen in Deutschland an. Der Hauptkonkurrent von SAP nicht nur in den USA ist aber der amerikanische Hersteller Oracle, der nun auf dem Heimatmarkt einen enormen Kostenvorteil ausspielen kann.
Der Hauptgrund für die vergleichsweise schlechte Bilanz dürfte aber der Ende letzten Jahres getätigte Kauf von „Business Objects“ sein. Dieser auf Business Intelligence spezialisierte Anbieter aus Frankreich kostete SAP ganze 4,8 Milliarden Euro.
Neben den hohen Kosten der Übernahme und dem hohen Dollar hat SAP auch Probleme im operativen Geschäft: Mit seinem für den Mittelstand gedachten Softwareprogramm „Business by Design“ wollte SAP Software „zur Miete“ übers Internet anbieten. Dieses „Software as a Service“ genannte Prinzip ist im Bereich der Unternehmens-IT bereits eine feste Größe. Insbesondere für den Mittelstand, SAPs wichtigstes Kundensegment, könnten die vergleichsweise niedrigen Kosten und der geringere Adminstrationsaufwand ein starkes Argument sein. Trotzdem hat die Firma bislang weniger als 200 solcher Verträge sichern können (silicon.de). Dabei hatte SAP selbst das Ziel ausgegeben, bis 2010 10.000 Einheiten zur verkaufen. Nun gibt das Management offiziell zu, dass dieses Ziel wohl erst 2011 zu erreichen sein wird.
Auch das Europageschäft könnte übernommen werden.
Die Financial Times Deutschland berichtet, dass die Strategen der Deutschen momentan ein Übernahmeangebot vorbereiten. Das Deutschlandgeschäft des vermeintlichen Übernahmekandidaten ist eigentlich sehr erfolgreich. Durch einen Zugewinn von einer halben Million Kunden in den letzten Jahren hat die Cittibank hierzulande nunmehr über 3 Millionen Kunden (ARD). Der Gewinn brach im letzten Jahr aber um 16 Prozent ein. Ebenso verlor das Unternehmen in 2007 47% seines Aktienwertes. weiterlesen »
Ein Großteil der Kleinanleger investiert nicht direkt in Aktien, sondern in Fonds. Neben Spezialfonds wie Immobilenfonds sind die großen Publikumsfonds häufig Mischfonds. Sie investieren vor allem in Wertpapiere wie Aktien und Anleihen. Momentan liegt genau da der Haken: Während Rohstoffe wie Gold sowie die Energieträger Öl und Gas am Markt immer höhere Preise erzielen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, in den letzten sechs Monaten habe keiner der von ihr beobachteten Fondsgesellschaften ihren Kunden eine positive Kursbilanz bieten können. Das gilt auch für Staatsfonds, die zur Zeit kaum mehr als einen Inflationsausgleich bringen (FAZ). Da diese Situation in der nächsten Zeit so trüb zu bleiben droht, treten die sogenannten Super-Fonds zwangsläufig in den Blickpunkt des Interesses. Darunter versteht man Mischfonds, die nicht nur in Wertpapiere, sondern darüber hinaus auch in Derivate und Rohstoffe, sowie direkt in andere Fondsgesellschaften investieren. Seit 2004 ist dieses in den USA entwickelte Investment-Konzept auch in Deutschland zugelassen, hat bislang aber noch wenig Aufmerksamkeit gefunden. Momentan versuchen amerikanische und evtl. auch französische Banken, Superfonds aufzustellen. Sie finanzieren ihre Investments durch versicherte kurzfristige Anleihen. Da die Geldmittel der Banken für eine hohe Anlagesicherheit sprechen und Superfonds keine Schulden machen dürfen, erhalten dieses Fonds sehr gute Ratings. Das Ziel der gerade von den Banken aufgestellten Superfonds ist es, die Gunst der Stunde zu nutzen und eine große Zahl von darniederliegenden Aktien aufzukaufen.