Goldman Sachs, die grösste amerikanische Investmentbank, musste für das zweite Quartal des laufenden Jahres einen enormen Gewinneinbruch hinnehmen. Das ehemals starke Zugpferd der Wall Street muss sich nun einigen unangenehmen Fragen zu seiner Führungsriege und der schwindenden Innovationskraft gefallen lassen.
Für das erfolgsverwöhnte Unternehmen Goldman Sachs brechen harte Zeiten an. Der Gewinn des Grossunternehmens brach im zweiten Quartal 2010 massiv ein, und der Umsatz verringerte sich auf 453 Millionen US-Dollar. Dies bedeutet einen Gewinnverlust von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Vergleich ist besonders bitter für die grösste Investmentbank der Welt, denn noch im letzten Jahr konnte das Unternehmen einen drei mal so hohen Überschuss erwirtschaften.
Gewinneinbruch bei Goldman Sachs durch Rekordgeldbusse
Vor allem die Strafe über 550 Millionen Dollar, die von der US-Amerikanischen Börsenaufsicht SEC verhängt wurde, hatte fatale Folgen für den Gewinn von Goldman Sachs. Hinzu kam noch die neu erhobene Bonussteuer aus Grossbritannien, welche die Regierung eingeführt hat, um der Masslosigkeit weiterlesen »
Die britische Finanzaufsicht FSA hat gegen die New Yorker Bank JP Morgan eine Strafe von fast 40 Millionen Euro verhängt. Dieses Urteil hat historische Tragweite, nie wurde ein Bankunternehmen zu einer höheren Strafe verurteilt. JP Morgan hatte die eigenen Gelder nicht sauber von dem Ersparten seiner Kunden getrennt, und muss nun die Konsequenzen tragen.
Wenn ein Finanzriese wie JP Morgan zu einer Rekordsumme von 40 Millionen verurteilt wird, zieht das Kreise in der Welt der Finanzen. Und genau das wollte die britische Finanzaufsicht bewirken, wie Margaret Cole von der FSA betonte. Hier soll ein Exempel statuiert werden, denn die Sicherung des Kapitals der Kunden muss höchste Priorität haben. JP Morgan hat dies über 7 Jahre lang nicht ernst genug beachtet, und wird nun mit einer Strafe von 32,33 Millionen Pfund zur Kasse gebeten. In Angesicht der Tatsache, das diese Summe nur 1 Prozent der Geldmenge ausmacht, die von der Bank ohne Trennung verwaltet wurde, ist das Unternehmen aus New York noch vergleichsweise glimpflich davon gekommen.
JP Morgan erhält Millionenstrafe von der FSA - Die Hintergründe
Nach der Übernahme der Chase Manhattan Bank sei JP Morgan ein schwerwiegender Fehler unterlaufen. Normalerweise müssen Kundengelder und das Geld einer Bank getrennt verwaltet werden, um weiterlesen »
Einlagensicherungsfonds sind Sicherungssysteme der Banken. Damit sollen Kundengelder geschützt werden, falls der worst case eines Unternehmens eintritt, also eine Insolvenz. Die Höhe der Einlagensicherungsfonds deutscher Banken kann jedoch mitunter variieren. Welchen Beitrag die Bank dabei leistet hängt sowohl von der Bonität als auch vom Umsatz der Firma ab.
Die deutschen Kreditinstitute, die dem Einlagensicherungsfond angehören, zahlen einmal im Jahr einen bestimmten Betrag ein. Die derzeitige Situation dieser Fonds ist jedoch schwierig, da sie dringend einer Reform bedürfen. Laut dem ehemaliger Generalsekretär der Europäischen Bankenvereinigung, Nikolaus Bömcke, ist die Gefahr des Missbrauchs momentan zu hoch. Momentan beträgt die gesetzliche Einlagensicherungssumme, pro Kunde, 50.000 Euro. Dies soll sich jedoch ab dem Jahr 2011 ändern.
Schwarzer Freitag. So bezeichnet man Unglücksfreitage in der Wirtschaft. Denkwürdig war jener Freitag im Jahr 1745. Doch auch im 21. Jahrhundert erlebt die Wirtschaft noch schwarze Freitage.
London. 6. Dezember 1745. Der erste (wirtschaftliche) Schwarze Freitag. Charles Edward Stuart, Kronpräsident, kam nach Schottland, nachdem er schon bis Derby vordringen konnte. Die Bevölkerung war in Aufruhr. Panik vor einer französischen Invasion und der möglichen Herrschaft der Stuarts führte zum Crash der Wirtschaft. Die Banken kollabierten.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts verbreitete sich der Begriff des Schwarzen Freitags. Das geschah im Zusammenhang mit der Industrialisierung des Pressewesens aber vor allem der Geldmärkte überhaupt. An einem Freitag im Mai 1866 kam es dann zum nächsten, sehr denkwürdigen, Schwarzen Freitag, als die Londoner Bank Overend, Gurney and Co. Limited pleite ging.
Im September 1869 wurde der Begriff des Schwarzen Freitags weltbekannt. Die Amerikaner steckten in einer nie da gewesen Finanzkrise. Hervorgerufen wurde dieser Schwarze Freitag von Goldspekulationen und entsprechenden Gegenlenkungsversuchen der Regierung.
Und auch auch im deutschsprachigen Raum kursiert er, der Schwarze Freitag. Hier prägte diesen Namen vor allem der Wiener Börsencrash vom Mai 1873 sowie die Einbrüche der Börse in Berlin 1927. Der wohl verbreitetste Schwarze Freitag scheint jedoch der des 25.10.1929 zu sein. Der Tag an dem die amerikanische Börse zusammenbrach und eine Weltwirtschaftskrise nach sich zog.
Mittlerweile hat sich dieser Begriff auch schon auf andere Gebiete ausgedehnt, wie den Motorsport oder Fußball. Immer wenn etwas kollabiert oder sich sehr zum Schlechten wendet spricht man vom Schwarzen Freitag. Bleibt zu hoffen, dass die Börsen, Banken sowie das gesamte Finanzwesen in nächster Zeit von schwarzen Freitagen verschont bleibt.
In der Presse ist ein internes Papier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, aufgetaucht, das Zahlen über das vermeintlich tatsächliche Volumen der kritischen Papiere in den Depots der deutschen Banken enthält. Von 812 Milliarden Euro ist die Rede.
Die Zahlen klingen völlig irreal. Im Vorfeld der Diskussionen über die sogenannten Bad Banks, in denen jene kritischen Papiere ausgelagert werden sollen, war zwar schon von hundertern Milliarden Euro die Rede.
Aber dass der tatsächliche Betrag mit 812 Milliarden Euro beinahe an eine Billion grenzt, also einer Zahl mit zwölf Nullen, haben wohl nur Insider erwartet.
Genau dies scheint sich jedoch jetzt bestätigt zu haben.
Eine vertrauliche Aufstellung der Vermögenswerte deutscher Banken der BiFa hat den Weg zur „Süddeutschen Zeitung“ gefunden.
Und wie die Zeitung berichtete wird das Volumen der von der Finanzkrise betroffenen Anlagen und Kredite auf sage und schreibe 812 Milliarden Euro beziffert. weiterlesen »
Jetzt ist es bekannt: die Allianz hat Teile der Dresdner Bank an die Commerzbank für 9,8 Milliarden verkauft. Innerhalb absehbarer Zeit sollen auch die restlichen Anteile an der 136 Jahre alten Bank von der Commerzbank gekauft werden.
Der Stellenabbau war abzusehen, so verlautbarte dies auch der Commerzbank - Chef Martin Blessing. Gegenüber der „Bild-Zeitung“ sagte er: „Ja, wir werden am Ende des Zusammengehens den einheitlichen Namen Commerzbank haben. Das wird aber bestimmt noch zwei Jahre dauern, bis Filialnetz, Technik und Verwaltung zusammengelegt sind.”
Allerdings soll der Abbau so sozialverträglich wie möglich vorgenommen werden. Die Arbeitnehmer sind verunsichert. Sie glauben, dass der Abbau hauptsächlich bei der Dresdner Bank vorgenommen wird. Dies hat sich auch im Vorstand gezeigt, hier ist nur ein Vorstand der Dresdner Bank übernommen worden.
Die Idee von Blessing ist, die beiden Banken zusammenzulegen und überflüssige Filialen ersatzlos zu streichen. Für die Kunden, so der Vorstandvorsitzende, werde sich nichts ändern.
Die Börse hat allerdings schon reagiert. Die Aktie der Commerzbank verlor im Vergleich zum Vortag um 8,96% an Wert. Damit ist der Preis der Aktie auf 17,82 € gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Aktienwert um mehr als 30%.
Vier Landesbanken werden in den nächsten Jahren fusionieren.
In der Nacht zum Donnerstag unterzeichnete der Ministerpräsident eine Vereinbarung über den Verkauf der öffentlich-rechtlichen Sachsen LB an die Landesbank Baden-Württemberg. Damit fanden Spekulationen ein Ende, das Institut könnte ganz geschlossen werden.
Die Sachsen-LB war in finanzielle Not geraten, nachdem Kreditgeschäfte einer irischen Tochterbank in Höhe von umgerechnet 43 Milliarden Euro in den USA im Zuge der Kreditkrise unsicher geworden waren. Dieser Risikobetrag wird als zu hoch für die Sachsen LB angesehen, deren eigener Wert (inklusive ihrer Eigenmittel) in Verkaufverhandlungen mit der LBBW auf unter eine Milliarde Euro taxiert. Tagesschau.de berichtete am Donnerstag, der vereinbarte Kaufpreis betrage 328 Millionen Euro. Die nun getroffene Vereinbarung sieht eine Bürgschaft des Landes Sachsen in Höhe von knapp drei Milliarden Euro, und eine weitergehende Haftung über sechs Milliarden im Notfall vor. Darüber hinaus zahlt das Land der Bank rund eine halbe Milliarde an neuem Eigenkapital. Der neue Eigner, die LB Baden-Württemberg, muss als nachrangiger Bürge nur bei darüber hinausgehenden Verlusten aushelfen.
Auch weiter nördlich kommt in Folge der amerikanischen Kreditkrise Bewegung in das System der Landesbanken. Für die angeschlagene Mittelstandssparte der deutschen Industriebank IKB meldete am Donnerstag die Landesbank WestLB Interesse an. Die zu 38% im Besitz der staatlichen KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) befindliche Bank war ebenfalls durch ein Kreditgeschäft über acht Milliarden Euro in eine finanzielle Schieflage geraten. Der Vorschlag kommt nur kurze Zeit nach der Bekanntgabe der WestLB, eine Fusion mit der Hessisch-Thüringischen Landesbank Helaba anzustreben. Hessens Ministerpräsident Koch äußerte sich in einem Interview mit dem Handelsblatt positiv über die geplante Zusammenlegung. Er hob vor allem den Größenzuwachs der relativen kleinen Helaba durch die Fusion hervor.
Auch nach einer Anleihe aus Singapur braucht die Bank neue Geldmittel
UBS muss Wege finden, den Verlust von 10 Milliarden US-Dollar aus dem Privatkreditgeschäft zu verkraften. Die Bank hatte bereits im abgelaufenen dritten Quartal einen Verlust eingefahren und hatte 4 Millareden US-Dollar abschreiben müssen. Immer noch beläuft sich die Beteiligung der Bank an Privatkrediten in den USA auf ca. 29 Milliarden Dollar (Quelle: NZZ ).
Das Unternehmen geht zwei Wege, um diesen hohen Verlust von Eigenkapital auszugleichen. Einerseits werden eigene Mittel kapitalisiert; die Bank bringt angekaufte Aktien zurück an die Börse und löst Dividendenansprüche ein. Wichtiger aber scheint der Einstieg der singapouresische Staatsfond Government of Singapore Investment Corporation (GIC) mit einer Anleihe von elf Milliarden Schweizer Franken zu sein. UBS hat gleichwohl durch die hierfür fällige Verzinsung von neun Prozent eine weitere finanzielle Belastung durch das operative Geschäft auszugleichen. Auch die Aktionäre des Unternehmens bekommen die Folge der Krise zu spüren: Für das Jahr 2007 wird die Dividende lediglich in Aktien des Unternehmens und nicht in Bargeld ausgezahlt.
Trotz der angekündigten Hilfe bleibt es unwahrscheinlich, ob die Bank das Jahr mit einem Plus abschließen können wird. Mittelfristig wird die Aktie von den Analysten trotzdem im Plus gesehen. Die jüngsten Ratings von Citigroup und Unicredit etwa stufen die Aktie zwar nur mit NEUTRAL ein. Dennoch werden Kursziele von zehn bis 42 Prozent (WESTLB) Zuwachs angegeben.
UBS ist weltweiter Marktführer bei der privaten Vermögensverwaltung. 1998 war die Großbank aus der Fusion der Schweizerischen Bankgesellschaft und des Schweizerischen Bankvereins hervorgegangen. Das Unternehmen hat seine Niederlassungen mit insgesamt 80.000 Mitarbeitern fast ausschließlich in Europa und den USA. UBS (Quelle: UBS.com) ist die größte Bank der Schweiz und hat ihre beiden Hauptsitze und Basel und Zürich.