Auch das Europageschäft könnte übernommen werden.
Die Financial Times Deutschland berichtet, dass die Strategen der Deutschen momentan ein Übernahmeangebot vorbereiten. Das Deutschlandgeschäft des vermeintlichen Übernahmekandidaten ist eigentlich sehr erfolgreich. Durch einen Zugewinn von einer halben Million Kunden in den letzten Jahren hat die Cittibank hierzulande nunmehr über 3 Millionen Kunden (ARD). Der Gewinn brach im letzten Jahr aber um 16 Prozent ein. Ebenso verlor das Unternehmen in 2007 47% seines Aktienwertes. weiterlesen »
Aktie der Bank muss am Montag zeitweise aus dem Handel genommen werden und verliert 0,3 Prozentpunkte
Der Finanzberater Merrill Lynch gab heute eine Studie heraus, derzufolge bei der in Geschäfte mit Subprime-Krediten verwickelten Bank UBS weitere hohe Abschreibungen folgen könnten.
Die UBS gehört zu den großen Verlierern der Kreditkrise. Die Bank, der größte Vermögensverwalter der Welt, hatte im schon einmal einen zweistelligen Milliardenbetrag abschreiben müssen. Damals hatte ein Investitionsangebot eines singaporesischen Staatsfonds für eine Kapitalaufstockung gesorgt, durch die größere Liquiditätsprobleme vermieden werden könnten.
Dabei war die UBS jahrelang eher ein Zugpferd der Branche. Zwischen 2003 und 2006 war die Aktie im Jahresmittel stets im Plus, mit Wachstumsraten von 13,6 (2004) bis 30,8 (2005) Prozent. Von einem Zehnjahreshoch im Sommer 2007 (79,9 CHF) stürzte das Papier dann in beispielloser Weise auf unter 30 Franken in diesem Monat ab. Bei einem Wertverlust von 45,05 Prozent allein in in letzten drei Monaten ist das heutige Minus von 0,3 Prozent dabei noch äußerst moderat. Eine Erholung zeichnet sich indes nicht ab. Seit der letzten Rettungsaktion im Dezember hat sich der Abwärtstrend vielmehr noch beschleunigt. Und für 2008 rechnet die Bank selbst öffentlich mit schwierigen Verhältnissen: Konzernchef Marcel Rohner verweist zwar darauf, dass die (bisher bekannten) ausstehenden Subprime-Positionen auf 27 Mrd. Dollar von über 38 Mrd $ im Herbst reduziert worden seien. Die allgemeine Situation am Markt lasse aber keine guten Prognosen zu, so Rohner .
Im operativen Geschäft zeigt die USB ein durchwachsenes Bild. In der Vermögensverwaltung kann sich die Bank über einen Zufluss von 31,7 Mrd Franken und einen Gewinn von 9,48 Mrd. Franken freuen. Das Investmentbanking schlug mit einem Verlust von über 15 Mrd. Franken zu Buche (ftd.de).
Die Entschädigungskasse erstattet 90 Prozent der Einlagen
Bei vielen Kreditkrisen der Vergangenheit – und um ein Haar auch im Fall der englischen Bank Northern Rock letzten Herbst – haben Sparer mit kleinen und mittleren Vermögen das Nachsehen, wenn das Institut, welches ihre Einlagen verwaltet, pleite geht oder in Liquiditätsprobleme gerät. Im Fall von Northern Rock musste der britische Staat helfen. Sparer in Deutschland sind vor solchen Risiken jedoch wesentlich besser abgesichert. Denn die Banken haben in Erfüllung eines EU-Gesetzes eine kollektive Entschädigungskasse , die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) gegründet. Sie erstattet Gläubigern von illiquiden Kreditinstituten einen Teil der Schulden.
Genau genommen betrifft dies Einlagen und Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften bei privaten Banken und Bausparkassen. Es besteht ein Erstattungsanspruch auf 90% von Einlagen, maximal aber 20.000 Euro. Die gleiche Regelung gilt für Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften. Gerade Sparer mit einem geringeren Einsatz werden durch das Gesetz in einem hohen Maße abgesichert. Diese Entschädigungen werden aber nur ausgezahlt, wenn die Einlagen für eine Währung außerhalb der EU abgeschlossen wurden. Also wehe dem, der in den USA investiert hat…. Zum Nachlesen hat die Edb die gesetzlichen Grundlagen in einer Broschüre zusammengestellt .
Die Absicherung durch die EdB gilt wohl gemerkt nur für Banken und Sparkassen. Wer also bei Fondsgesellschaften, insbesondere bei Anbietern von Hedge-Fonds, investiert, sollte neben dem normalen Verlustrisiko auch das in Deutschland höhere Risiko eines Totalverlustes in Betracht ziehen.
Die Probleme von Carlyle könnten erst der Anfang sein. Angst vor Domino-Effekt
Hedge-Fonds sind für ihre waghalsigen Investment-Strategien bekannt. Die Carlyle Capital Corp. hat aber scheinbar nichts falsch gemacht. Von den bekannten amerikanischen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac erwarb das Unternehmen Hypotheken im Gesamtwert von rund 22 Mrd. Dollar. Die Anleihen waren mit AAA bewertet worden. Doch das schiere Ausmaß der Kreditkrise wurde Carlyle zum Verhängnis: Auch diese beileibe nicht als “Subprime” zu bezeichnenden Kredite wurden mit den abrutschenden Immobilienpreisen immer weniger wert. Carlyle verfügte aber wie die meisten Hedge-Fonds über sehr wenig Eigenkapital. Die Kreditgeber verlangten auf Grund des Wertverfalls zusätzliche Sicherheiten, die aber eben nicht gegeben werden können. Die vergleichsweise geringe Summe von geforderten 400 Millionen US-Dollar als zusätzliche Sicherheit könnte nun das Ende des Unternehmens bedeuten.
Carlyle wird seine Schulden nun also aus Notverkäufen begleichen müssen. Da dies wiederum die Preissituation auf dem Kreditmarkt verschlechtern wird, stellt die Neue Zürcher Zeitung folgerichtig die Frage, ob nun ein Dominoeffekt zu befürchten sei. In einem Interview mit dem Finanzexperten und ehemaligem Harvard-Professor George Chacko konnten diese Zweifel auch nicht ganz ausgeräumt werden. Chacko beschreibt folgendes Szenario, das teilweise schon eingetreten ist: Infolge des Werteverfalls ihrer Immobilienkredite brauchen viele Banken neues Eigenkapital. Also kündigen sie einen Teil ihrer Kredite, und das betrifft zu einem gewissen Prozentsatz immer auch die Hedge-Fonds. Diese wiederum müssen ebenfalls ihre Auslagen wieder hereinholen, um die Forderungen der Banken bedienen zu können. Das wiederum führt auf den entsprechenden Märkten, der Immobilienmarkt ist einer davon, zu fallenden Preisen. Dieser klassische Domino-Effekt könnte tatsächlich das Ende weiterer Hedge-Fonds mit weniger soliden Finanzierungsmodellen bedeuten.
Der Rand rutscht gegenüber dem Dollar auf ein Fünfjahrestief
Während die wichtigen asiatischen Währungen, aber auch der Euro gegenüber dem Dollar stärker und stärker werden und somit die Gefahr einer weltweiten Rezession erhöhen, geht der Trend der südafrikanischen Währung Rand in die entgegengesetzte Richtung. Trotz eines immer größer werdenden Investitionsvolumens in Afrika schwächelt die wichtigste Währung auf dem Kontinent schon seit Jahren. Der Wertverlust gegenüber dem Euro beträgt seit Februar 2006 drei Viertel. Momentan steht der Rand bei 12,38 €. Möglicherweise handelt es sich hier um einen sich selbst verstärkenden Effekt: Auf die Inflation der Währung wurde von den Notenbanken mit der Anhebung des Leitzinses auf mittlerweile elf Prozent reagiert. Im Zeichen der Kreditkrise sei, so vermutet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Risikobereitschaft der Anleger zurück gegangen und damit die Bereitschaft, Geld zu hohen Zinsen zu leihen. Welche Faktoren aber standen am Beginn der Krise?
Südafrika ist bei weitem kein Entwicklungsland im klassischen Sinne: Nach dem Ende der Apartheid hat es die Börse des Landes in die Top-Ten der weltweit größten Handelsplätze geschafft. Die Grundlage dieses Aufstiegs, die heimische Wirtschaft, speist sich aus zwei Quellen: Da ist zum Einen der große Reichtum an Bodenschätzen. Insbesondere die großen Goldvorkommen, , aber auch Diamanten – das in London und Johannesburg ansässige Unternehmen de Beers ist der weltweit der Marktführer unter den Produzenten – und Platinum tragen positiv zur Handelsbilanz des Landes bei. Im krassen Gegensatz zur Währungsschwäche steht auch das derzeitige Wirtschaftswachstum von über vier Prozent. Eine große Schwäche des Landes ist aber die veraltete Infrastruktur, die momentan zu sehr hohen Energiekosten im Land führt. Da Südafrika Energieträger wie Öl importieren muss, betrifft dieses Problem auch im hohen Maße die Handelsbilanz und damit die Währung (FAZ).
Tatsächlich ist der Rand die meist gehandelte Währung aller weltweit als „Entwicklungsland“ eingestuften Länder. Die Währung ist eine von 15, die dem “Continuous Linked Settlement” angehören. Hierbei handelt es sich um eine Institution, die den simultanen Umtausch von Währungen gewährleistet.
Übrigens erinnert der Name der südafrikanischen Währung nicht umsonst an das deutsche Wort für “Kante”: Er geht auf den burischen Begriff für den Bergrücken mit Namen “White-Waters-Ridge” zurück, in dem große Goldvorkommen gefunden wurden.
Der Kreditanbieter Fannie Mae darf mehr auf dem Hypothekenmarkt investieren. Das könnte den Marktwert für Hauskredite deutlich steigern.
Der eigentlich unter dem Namen “Federal National Mortgage Association” firmierende Investor hat es sich zur Aufgabe gemacht, privaten Hausbesitzern in den USA bezahlbare Kredite zu verschaffen. Bislang schränkte die zuständige Regulierungsbehörde jedoch das Gesamtvolumen dieser Kredite stärker ein. Die heute bekannt gewordene Aufstockung des Investitionsvolumens bedeutet, dass einige Milliarden Dollar mehr in amerikanische Hypotheken investiert werden.
Damit wird die Ursache der Kreditkrise, nämlich der rapide Verfall des Marktwertes von Hypothekenkrediten im Allgemeinen, möglicherweise gelindert. Daher erwarten viele, dass diese scheinbar unbedeutende Maßnahme die Aktienmärkte im Allgemeinen positiv beeinflussen könnte. Denn nach wie vor haben viele Finanzinvestoren große Geldsummen in Hypothekenkrediten angelegt. US-Notenbankchef Ben Bernanke forderte auch umgehend, dass die neu gewonnenen Investitionsmöglichkeiten genutzt werden sollten. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch gab er darüber hinaus wenig Hoffnungen zu erkennen, dass sich der Immobilienmarkt in der nächsten Zeit erholen könnte. In dem Maße, indem die wirtschaftlichen Probleme in den USA eine Eigendynamik bekommen haben, könnten Rezessionsängste einen negativen Effekt auf den Häusermarkt haben.
Für Aktieninhaber von Fannie Mae ist die momentane Entwicklung ohnehin ein schwacher Trost: Die Aktie befindet sich seit 2001 im stetigen Abwärtstrend und ist im letzten Herbst von 67 $ auf nunmehr 28 $ abgestürzt. Der Immobilienmarkt in den USA ist wohl schon seit Längerem ein heißes Eisen.
Professionelle Anleger und Manager zeichnen in zwei Umfragen ein positives Bild der Lage
(via Financial Times Deutschland) Der für die Einschätzung der Wirtschaftslage in Deutschland maßgebliche Ifo-Index ist den zweiten Monat in Folge gestiegen. Die befragten Wirtschaftsmanager vergaben den Wert von 104,1, im letzten Monat waren es nur 103,4 gewesen. Nach der wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten sechs Monaten gefragt, gaben die Manager hingegen eher negative Prognosen.
Auch eine Umfrage unter professionellen Anlegern kam zu positiven Ergebnissen: Die Financial Times Deutschland ließ in Zusammenarbeit mit dem Vermögensverwalter Feri Rating & Research Versicherungen, Banken und Industrieunternehmen nach ihrer Lageeinschätzung zu den Märkten und ihren Anlageabsichten befragen.
Die Ergebnisse der Feri-Umfrage sind wenig überraschend, stimmen sie doch mit der Entwicklung an den europäischen und amerikanischen Handelsplätzen überein. Der Stoxx50-Index hat zwar seit Januar 12 Prozent verloren. Sein plötzlicher Abwärtstrend hat sich jedoch im ablaufenden Monat stark verlangsamt. Für den DAX muss mittlerweile davon ausgegangen werden, dass sich die Kurse um die 7.000er-Marke herum einpendeln werden oder gar wieder auf das Niveau der Monate vor dem Crash zurückkommen.
Während der Ifo-Index neben einer Prognose die Einschätzung der aktuellen Lage widergibt, basiert die Feri-Umfrage auf einer rein prospektiven Analyse. Es geht hier um die Einschätzung der künftigen Entwicklung an den Märkten und in der Wirtschaft. Dass die Zukunftssaussichten nach der Ifo-Umfrage wesentlich negativer ausfallen als in der Erhebung durch Feri, erklärt sich durch die Auswahl der befragten Teilnehmer: Industrieunternehmen machen unter den institutionelle Anleger einen relativ geringen Anteil aus. Sie jedoch geben sowohl in der Feri-Umfrage als auch beim Ifo-Index die schlechtesten Prognosen. Während für sie nämlich der möglicherweise glimpfliche Ausgang der Kreditkrise von vergleichsweise geringer Bedeutung ist, macht insbesondere den exportorientierten Unternehmen der schwache Dollar nach wie vor zu schaffen. Und trotz der erstaunlichen Entwicklung der letzten Monate zeichnet sich immer noch keine Trendumkehr ab. Auch heute gewann der Euro gegenüber der amerikanischen Währung weiterhin an Wert. Die Finanzwerte an den Börsen sorgen hingegen auch heute für eine allgemeine Kurserholung. Vor allem die in den letzten Monaten schwer geprüfte Aktie der Hypo Real Estate macht mit 3,8 Prozent (12:00) einen bedeutenden Kurssprung.
Offensichtlich keine Gewinneinbrüche durch die Kreditkrise
(via ftd.de) Die Deka ist ein zu den deutschen Sparkassen gehörendes Investmentinstitut. Das in eine Vielzahl von GmbHs und AGs gegliederte Unternehmen organisiert seit 2006 sowohl die Hypothekenvergabe als auch das Fondsmanagement unter einem Dach. In dem Jahr hatte das Immobiliengeschäft noch einen stattlichen Verlust von 150 Millionen Euro eingefahren. Nun soll es ungeachtet der schlechten Marktlage in 2009 sogar 80 Millionen Euro zum Unternehmensgewinn beitragen, wie das Unternehmen erwartet.
Nach Firmenaussagen hat DEKA kaum in Subprime-Kredite investiert und daher auch keinen großen Schaden durch die Kreditkrise erlitten. Da vielmehr viele Konkurrenten auf dem Markt in der Folge erheblich geschwächt und verunsichert worden seien, habe die DEKA es nun eher leichter, sagt Immo-Chef Matthias Danne der Fincancial Times Deutschland. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Durch den Wertverfall von Immobilien und Krediten darauf hatte die Fondssparte immerhin 100 Millionen Euro verloren, wie die Bank im letzten November selbst einräumen musste. Andererseits konnte das Bilanz offensichtlich nicht allzu stark trüben, denn auch für 2007 erwartet DEKA schwarze Zahlen im Immobilienbereich.
Im Moment sieht es aber an der Börse für die Deka nicht so rosig aus. DEKA Immobilien Europa etwa hatte sich bis zum Ende des letzten Jahres noch in einem kontinuierlichen Aufwärtstrend befunden. Anfang Januar rutschte die Aktie aber von 48,30 Euro auf 46,41 Euro ab. Nach einer Erholungsphase ist auch jetzt das Vorjahresniveau noch nicht wieder erreicht. Da sich der derzeitige Aufwärtstrend der letzten Wochen aber als ähnlich robust wie die Entwicklung im letzten Jahr erweisen könnte, dürfte die Aktie wohl auf Grund ihrer derzeitigen schlechten Bewertung ein guter Tipp sein.
Rückzahlung eines 4 Mrd. Euro schweren Darlehens seit Donnerstag offen
Der Investor Harry Macklowe hatte die Summe zum Ankauf von sieben Immobilien in Manhattan (NY) benötigt. Die Kaufsumme von 7 Mrd. Dollar war bis auf 50 Millionen Eigenkapital ausschließlich durch den Kredit bei der Deutschen Bank und ein weiteres Darlehen abgesichert worden. Die Immobilienkrise hatte zu steigenden Zinsen auf diese Kredite geführt, während die Mieten in Manhattan zur gleichen Zeit sanken. Das auf Grund der geringen Eigenkapitaldecke recht riskante Geschäft ging deswegen schief. Nachdem sich Zahlungsschwierigkeiten abzeichneten, hatte die Bank eine Umschuldung erwogen. Verhandlungen hierzu wurden jedoch am Freitag ergebnislos abgebrochen. Zunächst ist die Bank dadurch vor größeren Ausfällen geschützt, dass Macklowe den Immobilienbesitz als Sicherheit abtrat (via ftd).
Trotz dieses Einzelfalls sieht sich die Deutsche Bank nicht vor einem Gewinneinbruch. Die Anleger sehen das ähnlich. So blieb der Frankfurter Kurs der DB-Aktie am Freitag auch unberührt von den schlechten Nachrichten. Ein Anstieg um 0,8 Prozent führte zu einem derzeitigen Wert des Papiers von 75,87 Euro. Die Deutsche Bank bietet Anlegern eine stattliche Dividendenrendite von 5,94 Prozent. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, sind die großen Wertsprünge jedoch wohl vorerst vorbei. Nachdem die Aktie in 2003 um sagenhafte 44,04 Prozent und 2006 immerhin noch um 22,83 Prozent zugelegt hatte, ergab sich im letzten Jahr aus den bekannten Gründen ein Verlust von 12,27 Prozent. Und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Allein in den letzten sechs Wochen verlor das Papier ganze 15,13 Prozentpunkte. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieser allein der Kreditkrise geschuldete Absturz so schnell wieder aufgefangen wird, wie er gekommen ist: Mitte Mai (11.5.) lag die Aktie nämlich noch bei einem Allzeithoch von 117,96 Euro.
Das gebeutelte Schweizer Bankhaus ist nach Ansicht des CEO Marcel Rohner über den Berg.
Investoren aus dem Nahen Osten und Singapur haben der UBS zugesagt, eine Wandelanleihe zu zeichnen, nachdem die Bank im Zuge der Kreditkrise in Liquiditätsprobleme gekommen war. Der Umfang der Anleihe überstieg mit 13 Milliarden $ die Höhe der Abschreibungen um drei Milliarden $. Diese Kapitalerhöhung muss allerdings von den jetzigen Aktionären noch genehmigt werden. Problematisch an der Anleihe aus dem Ausland ist eine Verwässerung des Kapitals: Es handelt sich nämlich um eine Zwangswandelanleihe, deren Wert nach Ablauf einer bestimmten Frist in Aktientitel umgewandelt wird. Das Unternehmen muss also neue Aktien herausgeben. Die durch die Anleihe entstandene Kapitalerhöhung wird in Bezug auf den Aktienwert also wieder aufgezehrt: Die Wandelanleihe führt nicht dazu, dass den Aktien ein höherer realer Wert des Unternehmens entspricht. Ein weiterer Wehrmutstropfen für Anleger: Sie erhalten in diesem Jahr keine Bardividende, sondern können ihren Gewinn lediglich in zusätzlichen Aktien des Unternehmens mit nach Hause nehmen. Rohner verteidigte die Maßnahmen in einem Interview mit der Schweizer Handelszeitung. Die Bank werde nach der Annahme der Anleihe kein weiteres Kapitel brauchen. Außerdem stellte Rohner den Aktionären im Interview in Aussicht, die Barausschüttung durch Aktienrückkäufe zu einem geeigneten Zeitpunkt nachzuholen.
Darüber hinaus gibt es Anzeichen, dass deren Kurs sich in den nächsten Monaten günstig entwickeln wird. Die Aktie hatte, nachdem in 2007 ein Höchststand von 80,90 Schweizer Franken (CHF) erreicht worden war, Verluste von teilweise bis zu fünfzig Prozent, gemessen an diesem Höchstwert, erlitten. Der positive Ausblick Rohners sorgte nach der Veröffentlichung des Interviews für einen Kurssprung von drei Prozent